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08.02.11 00:00 Alter: 7 Jahre
Kategorie: News News

Präimplantationsdiagnostik – ein Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Kinderwunschberatung (BKiD)

Aktuell wird in Deutschland die Einführung der Präimplantationsdiagnostik (PID) intensiv und


Aktuell wird in Deutschland die Einführung der Präimplantationsdiagnostik (PID) intensiv und kontrovers diskutiert. Bei der PID handelt es sich um ein diagnostisches Verfahren für Paare mit bekannten eigenen genetischen Befunden und Paare mit erkrankten Kindern. Bei der PID werden Embryonen schon vor dem Einbringen in die Gebärmutter auf genetische Eigenschaften untersucht. Grundsätzlich setzt die PID immer eine vorgeschaltete In-vitro-Fertilisation (IvF) voraus, auch bei Paaren ohne jegliche Einschränkung der Fruchtbarkeit.

Wie bei allen reproduktionsmedizinischen Verfahren handelt es sich bei der PID nach IvF um ein – insbesondere für die Frau – invasives und in der Regel psychisch belastendes Verfahren. Hinzu kommt bei der PID, dass – analog zur Pränataldiagnostik –, betroffene Paare sich in der Regel aufgrund vorliegender genetischer Diagnosen und familiärer Belastungen in zusätzlichen psychologischen und ethischen Konflikten befinden, die das verbindlich offerierte Angebot einer psychosozialen Begleitung unabdingbar machen. BKiD-BeraterInnen werden im Rahmen der Beratung bei unerfülltem Kinderwunsch mit dem Thema PID nicht erst seit Beginn der aktuellen Diskussion konfrontiert, da dieses Verfahren von einigen Paaren bereits im Ausland in Anspruch genommen wird.

Aufgrund der gemachten Erfahrungen fordert BKiD, unabhängig davon, wie die PID in Deutschland geregelt werden wird, dass allen Paaren vor, während und nach PID (auch im langfristigen Verlauf) eine umfassende und niedrigschwellige unabhängige psychosoziale Beratung zur Verfügung gestellt wird. Diese Beratung sollte analog der BKiD-Leitlinien zur Gametenspende erfolgen (Leitet Herunterladen der Datei einGS-Leitlinien von BKiD). Weiterhin fordert BKiD Anstrengungen zur Forschung zum psychosozialen Entwicklungsverlauf von Eltern und Familien nach PID, da entsprechende Studien bislang weitgehend ausstehen.

Das Beratungsnetzwerk wird sich an der Entwicklung eines interdisziplinären Fortbildungskonzeptes beteiligen, welches allen im Beratungsprozess beteiligten Professionellen eine Grundlage zur qualifizierten Beratung vor, während und nach einer PID zur Verfügung stellt.