Deutsche Gesellschaft für Kinderwunschberatung

Unterstützung bei unerfülltem Kinderwunsch

Unterstützung bei Kinderwunsch

Paare mit unerfülltem Kinderwunsch erleben ihre Situation häufig als emotional sehr belastend. Das was „das Normalste der Welt ist“, klappt einfach nicht wie doch „bei allen anderen“. Die Lebensplanung scheint nicht zu gelingen und Gefühle von Kontrollverlust nehmen mit jeder erfolglosen medizinischen Behandlung zu.

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Erfüllt sich der Kinderwunsch nicht, beginnt häufig für das Paar eine Spirale aus Hoffnung und Enttäuschung. Wenn sich Paare zu reproduktionsmedizinischen Behandlungen entschließen, sind insbesondere die Frauen zusätzlichen hohen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Das bange Warten wird als sehr anstrengend bis hin zu unerträglich erlebt. Wenn es dann wieder nicht geklappt hat oder eine Fehlgeburt eingetreten ist, stehen Verzweiflung und Trauer im Vordergrund. Aber auch Gefühle wie Wut und Neid kommen hinzu, mit denen Paare manchmal schwer umgehen können.

Die Reaktionen der Umwelt werden selten als hilfreich wahrgenommen und können Rechtfertigungsdruck und Trauer auslösen: Typische Fragen von Freunden, Familie oder Kolleginnen wie: „Wann bekommt Ihr endlich ein Kind?“ oder auch „wohlgemeinte“ Ratschläge „Das wird schon noch“ oder „Ihr müsst entspannter werden, macht erst mal Urlaub“ werden eher verletzend als unterstützend erlebt. Paare, die sich im privaten Umfeld entsprechend unverstanden fühlen, ziehen sich häufig zurück. Der Umgang mit den eigenen Gefühlen und das oft nach außen Stark sein müssen können zum kräftezehrenden Balanceakt werden.

Nicht selten tritt eine Vernachlässigung anderer Lebensbereiche ein. Dinge, die vorher Spaß gemacht haben, treten in den Hintergrund und der Kinderwunsch wird immer mehr als zentrale Lebensaufgabe empfunden und gelebt. Mit zunehmender Dauer der erfolglosen Kinderwunschbehandlungen können durch den anhaltenden emotionalen Stress körperliche Reaktionen, Depressionen und verstärkte Ängste entstehen. Diese Lebenskrise kann sich auch belastend auf die Paarbeziehung auswirken. Oft gehen die Partner mit der Situation unterschiedlich um, was zu Missverständnissen und Kommunikationsschwierigkeiten führen kann. Aber auch die Sexualität leidet häufig.

Bei ungewollter Kinderlosigkeit und den damit verbundenen Belastungen kann es für die Betroffenen sehr entlastend und unterstützend sein, psychosoziale Beratung und Begleitung in Anspruch zu nehmen. Die Beratung dient u.a. zur umfassenden Information über unerfüllten Kinderwunsch, Möglichkeiten des Umgangs mit den Belastungen und als Entscheidungshilfe für ein weiteres Vorgehen. Sie ist auch hilfreich als Begleitung bei reproduktionsmedizinischen Behandlungen und bei der Trauer- und Abschiedsarbeit. Die Beratung ist ergebnisoffen und unterstützt den kreativen und konstruktiven Umgang mit den Herausforderungen des unerfüllten Kinderwunsches.

 

Kinderwunsch und Partnerschaft

Für jedes Paar, das sich ein Kind wünscht und keines bekommen kann, ist dies ein schmerzhaftes Thema, sowohl körperlich als auch seelisch. Zwischen der Entscheidung, ein Kind haben zu wollen, dann auftretenden Schwierigkeiten und sich häufig anschließenden medizinischen Behandlungen liegt meist eine lange Zeit, manchmal Jahre. Diese Zeit ist für Sie ein sensibler und komplexer Prozess, den jede Frau und jeder Mann individuell erlebt und auch bewältigen muß. Für Ihre Partnerschaft kann dies eine große Herausforderung sein. Es gibt häufig Erwartungen von Ihren Eltern und Verwandten oder auch von Freunden und Kollegen, was Sie zusätzlich unter Druck setzen kann.

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Diese Belastungen auszuhalten ist schwierig und oft ist dies eine einsame Konfrontation mit Ihrem Kinderwunsch. Viele Paare drehen sich dabei gedanklich und gefühlsmäßig immer wieder im Kreis. Viele stellen sich dabei die Frage nach dem Sinn des Lebens. Jede Schwangerschaft und jede Geburt innerhalb der Familie oder im Freundeskreis lösen neue Schmerzen und Zweifel am eigenen Leben aus. Innerhalb der eigenen Partnerschaft kann es dadurch immer wieder zu Krisen kommen, man geht sich gegenseitig auf die Nerven oder aus dem Weg.

Was hilft?

Natürlich gibt es kein allgemeines Rezept – aber es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie sich in Ihrer Zeit des unerfüllten Kinderwunsches selbst helfen und stärken können.

Es ist wichtig, dass Sie als Paar miteinander sprechen, sich austauschen und sich zuhören. Finden Sie heraus, wie oft Sie darüber sprechen möchten und auch wie oft Sie nicht darüber sprechen möchten. Das kann für Sie, den Mann anders sein als für Sie, die Frau.

Achten Sie darauf, dass es Ihnen möglichst oft gut geht – sowohl im Alltag als auch in Ihrer freien Zeit. Versuchen Sie immer wieder, zu sich selbst freundlich zu sein. Beobachten Sie sich, wie Sie innerlich mit sich „sprechen“  –  tadeln oder schimpfen Sie sich oder ermuntern Sie sich, sprechen sich selbst Mut und Zuversicht zu?  Aus der psychologischen Forschung ist bekannt, dass der innerliche Umgang mit sich selbst einen erheblichen Einfluß auf die Art und Weise hat, wie wir mit unseren Problemen umgehen und diese bewältigen. Ein Beispiel: wenn ich mich häufig innerlich abwerte oder beschimpfe, dann schwächt mich das zusätzlich, und meine Gefühle von Unfähigkeit, Hilflosigkeit und Verzweiflung werden mehr und mehr. Dies führt dann dazu, dass ich mich immer mieser und einsamer fühle, aggressiv werde gegen mich und oder gegen Andere. Besser und sinnvoller ist es, sich über folgendes klar zu werden: ich entscheide, wie ich innerlich über mich denke, fühle und wie ich mich bewerte. Das ist meine Freiheit und auch meine Verantwortung mir selbst gegenüber. So kann ich achtsam und freundlich mir selbst gegenüber sein. Auch in dunklen Stunden habe ich die Möglichkeit, über mich und mein Gefühl zu mir selbst und zu meinen Problemen nachzudenken.

In Ihrer Partnerschaft können Sie sich auch gegenseitig dabei unterstützen, freundlicher und achtsamer mit sich selbst und mit dem Anderen umzugehen. Meist fällt es einem leichter, den anderen zu trösten, als sich selbst. Und oft erkennt man am Anderen, was einem selbst fehlt oder auch gut tut. Nehmen Sie sich Zeit für einander.

Schauen Sie, welche Freunde, welche Familienmitglieder oder Kollegen Ihnen als Gesprächspartner wohl tun und welche nicht. Sie haben das Recht und die Freiheit, sich mit denjenigen auszutauschen, mit denen Sie sich wohl fühlen. Sagen Sie Feiern oder Einladungen ab, wenn Sie das Gefühl haben, das Ihnen das nicht gut tun würde. Sie entscheiden, was Sie in Ihrer momentanen Situation brauchen und was nicht.

Trauen Sie sich, sich an Andere um Hilfe zu wenden, wenn Sie merken, dass Sie alleine nicht mehr weiterkommen, das ist keine Schande. Es gibt verschiedene Beratungsangebote sowohl für Paare als auch für Sie als Frau und Sie als Mann. Oder Sie entscheiden sich für eine Selbsthilfegruppe, um mit anderen Menschen, die ungewollt kinderlos sind zusammen zu treffen und Erfahrungen auszutauschen.

Warten Sie nicht zu lange, sondern nehmen Sie rechtzeitig Hilfe in Anspruch!

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