Am 19. und 20. März 2021 fand in Deutschland die erste Fortbildung zum Schwerpunkt „Kontakt zwischen Kindern und Samenspender“ statt. Konzipiert und durchgeführt wurde diese Veranstaltung von dem Fortbildungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Kinderwunschberatung (vertreten durch Petra Thorn) (www.kinderwunschfortbildung.de) in Kooperation mit der Evangelischen Hochschule in Nürnberg (Birgit Mayer-Lewis) (www.evhn.de) und FIOM, der Organisation, die die Kontaktanbahnung zwischen Spenderkind und Spender in den Niederländen begleitet (Astrid Indekeu) (https://fiom.nl/afstammingsvragen/donorconceptie).

Am Vorabend fand eine öffentliche Fachtagung mit dem gleichen Schwerpunkt statt, die außerordentlich gut besucht war: Über 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter Ärzte und Ärztinnen, Beraterinnen und Studierende der Hochschule Nürnberg, diskutierten die aktuellen gesetzlichen Regelungen und deren Bedeutung für die Familien, die Spender und für die beteiligten Fachkräfte. Sie bekamen Einblick in die Historie der Samenspende in Deutschland und weltweit und die bereits existierende Beratungspraxis in den Niederlanden.

Die anschließende 2-tägige Fortbildung befähigte die Fachkräfte, den Kontakt zwischen den mit Samenspende gezeugten Menschen sowie deren Eltern und den Samenspendern mit deren Familien vorzubereiten und zu begleiten. Ein solcher Kontakt geht für alle Beteiligten mit vielen Fragen und häufig mit Unsicherheiten einher. Typische Fragen aus Perspektive der Kinder sind z.B., ob der Spender offen für einen Kontakt ist und ob es Ähnlichkeiten im Aussehen oder der Persönlichkeit gibt. Nicht selten haben die Kinder und so gezeugten Erwachsenen auch Interesse daran, den Spender kennenzulernen. Mittlerweile möchten Menschen, die mithilfe einer Spende gezeugt wurden, auch wissen, ob Spender von genetischen oder anderen Erkrankungen betroffen sind, die für ihre eigene Gesundheitsvorsorge von Bedeutung sind. Spenderpersonen hingegen sind häufig sowohl neugierig als auch unsicher, was ein Kontakt mit dem „Spenderkind“ für sie als genetischer Erzeuger und ggf. für ihre Familie bedeutet – immerhin wären ihre Kinder die Halbgeschwister ihrer mit Spende gezeugten Kinder. Auch für die Eltern der sogenannten Spenderkinder stellen sich viele Fragen und eine Beratung kann helfen, eine gelingende Aufklärung der Kinder über ihre Zeugungsgeschichte zu gestalten und eine mögliche Kontaktanbahnung zwischen Kindern und Spenderpersonen zu begleiten.

Für diese und ähnliche Fragen stehen nun psychosoziale Fachkräfte bereit, die sich in der Familienbildung mit Samenspende auskennen und nun auch für diese Kontaktanfragen qualifiziert wurden. Weitere Fortbildungen sind geplant, die Termine können hier abgerufen werden Der nächste Durchgang dieser Fortbildung steht bereits fest: 15. und 16. November 2021. Auf der Webseite des BKiD Fortbildungsinstituts (https://www.kinderwunschfortbildung.de/vertiefungsfortbildungen) können Sie hierzu Näheres erfahren.

Dr. Astrid Indekeu (aindekeu@fiom.nl)

Prof. Dr. Birgit Mayer-Lewis (birgit.mayer-lewis@evhn.de )

Dr. Petra Thorn (mail@pthorn.de )

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